1. Herren - Punktspiele

Sieben aus Neun = Alt ausgesehen!!

Mit dieser Gleichung könnte man vergangene Auswärtspartie im entferntesten Burgstädt kaum treffender beschreiben. Die Formel, die bis Mitternacht unsere maroden Glieder und flattrigen Synapsen unerhört altern ließ, nahm ein ungewolltes Ergebnis. Nun die Herleitung mit anschließendem Beweis zu diesem, nicht nur mathematischen Bruch:

Keiner konnte bei, nicht mal gutem Tischtenniswetter, gut gefüllten Verpflegungsbeuteln und zusteigender haarspitzmotivierter Vollpassagierung ahnen, welch zäher langer Kampf auf uns wartete. Ziel unseres strapaziösem Wandertags war der weit entfernte Ligawestling Burgstädt, die sich als Dresdner Bezirksligaaufsteiger, die Teilnahme am Landesligageschäft verdienten. Unser Ziel war natürlich mit gesundem Realismus, trotz ungewohntem Kilometerschruppen das eigene Ligaguthaben in die Höhe zu schrauben. Mit komfortabel fahrbaren Großraum, gestellt vom örtlichen Reisebüro konnten wir also gepflegt unter kollegialer Einnahme der gestifteten Himbeerbrause (war das der Fehler?) gen Westen ausrücken und auf Punktejagd einjustieren. Nach überraschend kurzweiliger, störungsfreier Überfahrt trafen wir am vereinbarten Ziel, gefolgt von Immobilienidee-verglitzernden Augen Schutis an eigens beschrifteter TURNHALLE ein. Das unsere erfahrene "Hochklassepersonal" kannte ja bereits die historische Spielkulisse, Schuti jedoch spielte mit dem Gedanken "sportliches Pflegeheim" oder "fittes Wohnheim" die sportliche Örtlichkeit gleich in seinem Immobilienportfolio zu inserieren. Da hilft all das träumen Nichts, jetzt wird gespielt:

1+1+1+1 macht -4:

Für die Mathematiker unter uns sei hiermit die erste Spielphase beschrieben. Unsere Eingangsdoppel sollten, wie schon im Auftaktspiel für Verwirrung sorgen. Doppel 1 mit Micha und mir sorgten für die erste negative Eins. Mit regelmäßigen Eröffnungsschnitzern retteten wir uns zwar in den Entscheidungssatz, indem aber auch die Negativquote zu hoch für einen Sieg war. Unser "Opferdoppel" Erwin/Holger bewiesen glücklicherweise ausreichend selbstverteidigende Qualitäten und brachten uns wieder zum Ausgleich. Mit Schutis/Power erhofften wir uns ein weiteres heißes Eisen, was leider auch im Entscheidungssatz abgeschreckt wurde. Gefolgt von der nächsten Spitz-auf-Knopf-Pleite, in der Micha sich dem zu hoch gewachsenem Wächtler beugen musste, kam es dann zu meinem Rückschlagdesaster gegen (ja der heißt so!) Liganeuling Eiermann. Das erste Spieldrittel rundete dann Paul mit dem mittlerweile gewohnten Tiebreaks-Debakel zu einem 1:5 Rückstand ab. 

Zwei sind noch zu wenig?!:

Nach weitreichendem Fehlstart brachte uns Erwin mit unserem ersten siegreichen Nervenkrimi wieder halbwegs auf Kurs, wobei auch hier in der Spielanfangsphase, aufgrund von groben tankschen Querschlägern, die Fenster geschlossen werden mussten. Zur Abwechslung mal ein sicheres Ding von unserem Schuti, der offensichtlich weiterhin gedanklich an gewinnbringend, beflügelnder Immobilienaneignung operierte und über seinen Kontrahenten problemlos hinwegschwebte. Einen weiteren großen Schluck Hoffnung nahmen wir bei Holgers erfolgreichem Nerventrunk, nach 0:2 Satzrückstand alterte unser "erfahrenster" Braumeister zu gaumenfreundlicher Ergebniskosmetik. Gegen, des Gegners Höchsten, konnte ich anschließend meine Rückschlaguneignung auf ein gewinnbringendes Maß regulieren und glich zum 5:5 aus. Im Duell der Aufschlagkönige, brachte uns unter hitziger Diskussion über unsichtbare Ballwurfstaffetten, unser Micha in Führung. Sollten wir den Kurs beibehalten?

1+1+1 macht -3:

Kurs verloren, eingebrochen oder wie auch Immer? Unser Fortune war ganz offensichtlich aufgebraucht, denn drei von drei Entscheidungssatzmiseren, gepaart mit gefühlloser Power, brachten uns zu einer, höflich gesprochen unverdienten Niederlage, die wir unter schnellem übereifrigen Verzehr des Himbeerbrausendepots versuchten zu verkraften. Bemerkenswert war auch die zahlreiche Zuschaueransammlung, die selbst bei der zweiten Garde des TTV Burgstädt eifrig die hauseigenen Spieler bejubelte, Hut ab!

Mittlerweile im Sonntag eintauchend traten wir nun auch noch hungrig die Heimreise an. Aus schlechter vergangener Erfahrung wussten wir über die spärlich vertretende kulinarische Verpflegung im Großraum Karl-Marx-Stadts und litten bereits unter tragischem Hungerast, als wir am Horizont noch leuchtend burgerliche Krone erblickten. Mit umfangreichen Verkaufsgesprächen drehte uns, trotz immer noch gefüllten Getränkefachs, die Königin des Hauses fleißig holländisch beflügelnde Brause an. Zu unser Entschuldigung sei es wohl im Preis inbegriffen und warmes oder simuliertes Tier in der Semmel gabs ja auch dazu. Wie sich herausstellte war die Königin doch nur eine fußvölkische Angestellte, denn wir mussten ihren überstündigen Aufwand entsprechend in googlischen Erlebnisportal belobigen, was wir natürlich auch gern durchführten (die technisch in der Lage waren**urghh).

Satt von Mahl und Tag ging es dann mit viel zu kalter Hollandbrausenbüchse gen Osten, in dem wir unfallfrei, dennoch punktlos die Stadtgrenze um 3Uhr passierten!

MSV 04--Alt aussehen können Wir!!!

 

 

Hartmut Engert

Hartmut löst seit 2014 auch offiziell Paul Müller als Mannschaftsleiter der 1. Herren ab und hat damit den Hut für Berichteschreiben auf. Falls das Weiterdelegieren an seine Teammitglieder mal nicht möglich ist, dann liest man also von ihm den ein oder anderen Schwank.

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